Marcus Hausser im GBC Interview zur aktuellen Situation der Baumot Group

Einstufung von GBC AG zu Baumot Group AG

Unternehmen: Baumot Group AG
ISIN: DE000A2DAM11

Anlass der Studie: Managementinterview
Empfehlung: –
Kursziel: –
Letzte Ratingänderung: –
Analyst: Matthias Greiffenberger


Zuletzt wurde im Rahmen der Eigenverwaltung der Kontec-Gruppe das Rating ausgesetzt. Wir gehen davon aus, dass mit dem Geschäftsbericht 2016 wieder belastbare Prognosen möglich sind und eine Wiederaufnahme des Ratings erfolgen wird.

GBC: Seit kurzem genießt das Unternehmen umfangreiche mediale Aufmerksamkeit durch Ihre nachweislich funktionierende Nachrüstlösung für
Euro-5 Fahrzeuge hin zu Euro-6 Fahrzeugen. Wie können mögliche Fahrverbote in deutschen Städten mit Ihrem System gelöst werden?

Marcus Hausser: Der von uns entwickelte und patentierte BNOx schafft es tatsächlich, ein damit nachgerüstetes Euro 5 Fahrzeug unter die
Emissionsgrenze von 80mg/km Stickoxyd für Euro 6 Autos zu bringen. Wir erreichen dies sogar im realen Fahrbetrieb, nicht nur auf dem Prüfstand, wie unter anderem vom ADAC oder auch von der Zeitschrift Auto Motor & Sport und vielen anderen nachgemessen wurde. Da wir beim BNOx ganz bewusst Großserienkomponenten nutzen, kann das Produkt auch in großer Stückzahl hergestellt und eingebaut werden. Wir sehen aktuell keinen technischen Grund, der gegen einen breiten Einsatz sprechen würde. Und ja, mit dem BNOx könnten tatsächlich Fahrverbote vermieden werden.

GBC: Mit dem medial bekannt gewordenen BNOx System konzentrieren Sie sich vornehmlich auf Nutzfahrzeuge. Was sind hier die wesentlichen Markttreiber?

Marcus Hausser: Das ist richtig. Der BNOx wurde zwar vor allem durch seine extrem guten Messergebnisse in einem VW Passat bekannt – wir haben hier die Euro 6 Vorgaben selbst im Realbetrieb jeweils deutlich unterboten, aber entwickelt wurde das System ursprünglich für den Einsatz in Nutzfahrzeugen. Und in diesem Bereich sehen wir uns auch vor einem stark wachsenden Markt – die Diskussion um die Blaue Plakette hin oder her. Die Treiber sind auch hier eine weiter zunehmende Verschärfung der Emissionsnormen, vor allem in den Ballungszentren. Umsatzseitig trägt auch die Tatsache positiv bei, dass bei den neuen Projekten vor allem SCR-Systeme für die Stickoxydreduktion eingesetzt werden, Produkte also, die technisch deutlich aufwändiger und damit teurer sind, als reine Rußpartikelfilter. Auch ist der Kreis der Anbieter solcher komplexen Systeme sehr viel kleiner, als es noch beim Rußfilter war.

GBC: Effektiv konnten Sie bereits umfangreiche Vertriebserfolge für die Lösung im Ausland erzielen. Wie umfangreich ist der Auftrag in London und
besteht auch Nachfrage von weiteren Städten in Europa?

Marcus Hausser: Die Britische Regierung fördert das Umrüstprojekt allein in London mit knapp 90 Mio. Euro. Nur insgesamt fünf Anbieter von
Abgasnachbehandlungssystemen konnten sich in dem fast einjährigen Zulassungsprozess behaupten und teilen sich nun den Markt für die Umrüstung
bis Mitte 2019. Wir waren davor auch in Manchester mit dem Umbau der dortigen Stadtbusse auf BNOx-Technologie erfolgreich, aber London hat
natürlich neben dem sehr viel größeren Volumen vor allem international eine riesige Signalwirkung: Wir bekommen Besuch von Delegationen aus Megastädten überall auf der Welt, die sich vor Ort informieren wollen, wie eine der größten Städte Europas solch ein Projekt bewältigt – und natürlich auch, welche Anbieter hier die besten Ergebnisse liefern. Wir erwarten hier sehr bald vergleichbare Projekte in anderen Ländern. In UK selbst steht
Birmingham, die zweitgrößte Stadt auf der Insel an und auch in Deutschland sind wir bereits mit mehreren Städten zum Teil bereits in der Erprobung von Bussen, oder schon in der Umsetzung. Auch hier sollte es noch dieses Jahr
losgehen.

GBC: Neben dem europäischen Markt konnten Sie auch im internationalen Geschäftsumfeld wachsen. Welche wichtigen Meilensteine konnten hier
erzielt werden?

Marcus Hausser: Während sich einige Zulassungen noch hinziehen, sind wir in anderen wichtigen Märkten heute sehr schnell und erfolgreich unterwegs. Neben dem wichtigen Projekt in London, das Signalwirkung auf weitere Städte in UK und dem Ausland haben wird, konnten wir vor allem bei unseren OEM-Projekten weitere Erfolge erreichen. Zum Beispiel beliefern wir im mittleren Osten seit Anfang des Jahres mehrere lokale Hersteller von
Nutzfahrzeugen mit Abgasnachbehandlungsanlagen. In diesen Märkten erwarten wir auch noch weiteres Wachstum, da dort die Vorschriften für Emissionen weiter verschärft werden.

GBC: Die finalen Zahlen für 2016 werden erst in ein paar Wochen veröffentlicht werden. Könnten Sie aber schon einmal Ihre Einschätzung zum
abgelaufenen Geschäftsjahr abgeben?

Marcus Hausser: In 2016 hatten wir sehr viele überlagernde Effekte, teils ausgelöst durch den Dieselskandal, zum Teil aber auch bereits vor dem
Hintergrund der jetzt angelaufenen großen Projekte. Wir sollten hier warten, bis die Zahlen veröffentlicht sind, um dann konkret darüber
sprechen zu können.

GBC: Insgesamt ist das Thema der Abgasnachbehandlung stärker in der öffentlichen Wahrnehmung. Wie sehen Sie die Baumot Group für die Zukunft
aufgestellt?

Marcus Hausser: Spätestens durch die Probleme der Fahrzeughersteller bei der Software in Diesel-PKW, aber auch durch die Diskussion rund um
Fahrverbote in vielen deutschen Städten ist das Thema wieder prominent in der Öffentlichkeit angekommen. Dabei hat sich der Bezug aber deutlich
verändert: Früher wurde Abgasnachbehandlung sehr stark im Kontext der damals allgemeinen Klimaschutzdebatte gesehen, war also eher abstrakt.
Heute sehen die meisten Menschen ganz konkret die Nachteile für Ihre Gesundheit, wenn sie hoher Luftverschmutzung ausgesetzt sind. Umgekehrt
bedeutet das, dass der Wunsch nach sauberer Luft sehr viel konkreter geworden ist und die politischen Entscheider damit unter sehr viel höherem
Druck stehen – nicht nur in einem Wahljahr. Die Politik reagiert darauf natürlich in Deutschland und weltweit. Überall wurden Nachrüstprojekte und
Gesetzesverschärfungen entweder bereits angeschoben, wie in London, oder sind in konkreter Vorbereitung – sehr oft auch staatlich finanziell gefördert. Und wenige Hersteller haben ein so effizientes und flexibel einsetzbares Produkt, wie den BNOx im Angebot.

GBC: Herr Hausser, vielen Dank für das Gespräch.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/15427.pdf


Kontakt für Rückfragen
Jörg Grunwald
Vorstand
GBC AG
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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach §34b Abs. 1 WpHG und FinAnV Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:
http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm
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Quelle: http://www.dgap.de/dgap/Documents/Research/?companyID=1731&documentId=66360119